Autor: Timo Bock

Amazon Account übertragen

Amazon Account übertragen

Ein Amazon Seller Account kann übertragen werden. In den USA war diese Funktion schon lange möglich und jetzt auch auf den europäischen Marktplätzen.

Die Funktion in Seller Central zeigt, dass Account-Übertragungen einen gewöhnlichen Geschäftsvorfall darstellen und bestätigt noch einmal, dass das Geschäftsmodell von Dragonflip auch in Europa “gewöhnlich” ist.

FAQ

Was passiert mit der Ware, die im Amazon Fulfillment Center eingelagert ist?

A: Ein remittieren der Ware ist nicht mehr notwendig. Der FBA Bestand kann durch den neuen Inhaber nach der Identifizierung weiterverkauft werden.

Was sind die Vorteile einer Übertragung?

Die gesamte Account-Historie und Bewertungen bleiben somit erhalten. Außerdem bleibt mühsam angelegter Content erhalten.

Was sind die Nachteile einer Übertragung?

Der neue Account-Inhaber haftet gesamtschuldnerisch gegenüber den Kunden des Ausscheidenden Verkäufers. A-Z-Anträge und Retouren müssen von dem neuen Inhaber übernommen werden.

Was passiert mit den Verkäufer Bewertungen?

A: Sie bleiben erhalten.

Wie lange dauert die Übertragung?

A: Laut Amazon kann die Übertragung länger als 24 Stunden dauern. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Übertragung unter normalen Umständen bereits nach ein paar Stunden angeschlossen ist, wenn alle Unterlagen vorhanden sind.

Muss Amazon der Übertragung zustimmen?

A: Ja, Amazon kann den neuen Inhaber auch ablehnen, wenn diesem z.B. in der Vergangenheit ein Verkäuferkonto von Amazon schon einmal gekündigt wurde. Unter normalen Umständen ist eine Übertragung unproblematisch.

Kann ich zwei oder mehrere Konten zusammenführen?

A: Laut Amazon ist technisch keine Zusammenführung von Verkäuferkonten möglich.

WAS PASSIERT, NACHDEM DER ACCOUNT ÜBERTRAGEN WURDE?

Nachdem die Übertragung des Accounts wie im Video oben beantragt wurde, muss sich der neue Inhaber mit den gleichen Login-Daten einloggen und von seiner Seite aus dem Vertrag zustimmen.

Wichtig: Der Account ist nach der Übertragung zunächst gesperrt bis der neue Inhaber seine Identität bestätigt hat.

FOLGENDE DOKUMENTE WERDEN TYPISCHERWEISE VERLANGT

  • Aktueller Handelsregisterauszug für Kapitalgesellschaften
  • Adressnachweis (z.B. durch Kontoauszüge)
  • Personalausweis des Geschäftsführers
  • Adressnachweis des wirtschaftlich berechtigten (z.B. Verbrauchsrechnungen)

Die Überprüfung kann mehr als 24 Stunden dauern. Danach ist der Account wieder aktiv und der neue Inhaber kann ein Bankkonto für die Auszahlungen hinterlegen.

DAS IST DER ÜBERTRAGUNGSVERTRAG

Nach Akzeptanz des Übertragungsvertrages durch Sie als Vertreter des neuen Unternehmens, gilt dieses Verkäuferkonto als erfolgreich auf die neue juristische Person übertragen.

Verkaufen bei Amazon – Übertragungsvertrag

  • Dieser Verkaufen bei Amazon – Übertragungsvertrag (der „Übertragungsvertrag“) wird zwischen dem aktuellen Inhaber eines „Verkaufen bei Amazon“-Kontos („Ausscheidender Verkäufer”), dem geplanten neuen Inhaber des „Verkaufen bei Amazon“-Kontos („Beitretender Verkäufer”), Amazon Services Europe SARL als Anbieter des „Verkaufen bei Amazon“-Programms und anderer Dienste auf amazon.co.uk, amazon.de, amazon.fr, amazon.it und amazon.es („ASE”), Amazon Payments Europe s.c.a. als Anbieter von Zahlungsdiensten im Zusammenhang mit dem „Verkaufen bei Amazon“-Programm auf amazon.de, amazon.fr, amazon.it und amazon.es („APE”) (sofern zutreffend) bzw. Amazon Payments UK Limited als Anbieter von Zahlungsdiensten im Zusammenhang mit dem „Verkaufen bei Amazon“-Programm auf amazon.co.uk („APUK”) (sofern zutreffend) geschlossen.
  • Der Ausscheidende Verkäufer ist Vertragspartei (i) des Amazon Services Europe Business Solutions Vertrags (Amazon Services Europe Business Solutions Agreement) (der „BSV”) und (ii) des Amazon Payments – Verkaufen bei Amazon Nutzervertrags (Amazon Payments – Selling on Amazon User Agreement) mit APE (der „APE-Vertrag”) und/oder des Amazon Payments UK – Verkaufen bei Amazon Nutzervertrags (Amazon Payments UK – Selling on Amazon User Agreement) mit APUK (der „APUK-Vertrag”). Für die Zwecke dieses Übertragungsvertrags werden der BSV, der APE-Vertrag und der APUK-Vertrag zusammen als die „Verträge” bezeichnet.
  • Der Beitretende Verkäufer hat entweder die Kontrolle über sämtliche Rechte und Vermögensgegenstände in Bezug auf das „Verkaufen bei Amazon“-Geschäft des Ausscheidenden Verkäufers im Wege der Gesamtrechtsnachfolge erlangt oder haftet zusammen mit dem Ausscheidenden Verkäufer gesamtschuldnerisch gegenüber den Kunden des Ausscheidenden Verkäufers, die über das „Verkaufen bei Amazon“-Konto Verträge abgeschlossen haben.
  • Der Ausscheidende Verkäufer möchte seine Rechte und Pflichten aus den Verträgen auf den Beitretenden Verkäufer übertragen. Vorbehaltlich der Bestimmungen dieses Übertragungsvertrags stimmen ASE, APE bzw. APUK der Übertragung der Rechte und Pflichten des Ausscheidenden Verkäufers auf den Beitretenden Verkäufer mit Wirkung zu dem Datum, an dem sowohl der Ausscheidende Verkäufer als auch der Beitretende Verkäufer (oder deren Vertreter) diesem Übertragungsvertrag durch Anklicken zugestimmt haben (das „Datum des Inkrafttretens“), zu. Sämtliche zwischen dem Ausscheidenden Verkäufer und seinen Kunden erfolgten Vertragsübertragungen fallen nicht in den Anwendungsbereich dieses Übertragungsvertrags

1. Übertragung

1.1. Die Parteien vereinbaren, dass mit Wirkung zum Datum des Inkrafttretens der Ausscheidende Verkäufer alle seine Rechte und Pflichten im Hinblick auf die Verträge auf den Beitretenden Verkäufer überträgt. Mit Wirkung zum Datum des Inkrafttretens sind sämtliche Bezugnahmen auf „Sie“, „Ihr“ und „Verkäufer“ in den Verträgen als Bezugnahmen auf den Beitretenden Verkäufer zu verstehen und auszulegen. Der Ausscheidende Verkäufer, der Beitretende Verkäufer und diejenigen Personen, die in deren Namen diesem Übertragungsvertrag zustimmen, sichern zu und garantieren gegenüber ASE, APE und APUK, dass sie befugt und bevollmächtigt sind, diesen Übertragungsvertrag zu schließen, auszufertigen und zu erfüllen.

1.2 Der Beitretende Verkäufer verpflichtet sich, die Verträge zu übernehmen und zu erfüllen, und erkennt ihre Bestimmungen als verbindlich an, als wäre er anstelle des Ausscheidenden Verkäufers die ursprüngliche Vertragspartei gewesen. Der Beitretende Verkäufer übernimmt und erfüllt alle Pflichten aus den Verträgen.

1.3 APE und APUK (sofern zutreffend) nehmen jeweils die Übertragung gemäß vorstehender Ziffer 1.1 an und verpflichten sich, den APE-Vertrag bzw. den APUK-Vertrag zu erfüllen und seine Bedingungen einzuhalten, als ob der Beitretende Verkäufer anstelle des Ausscheidenden Verkäufers die ursprüngliche Vertragspartei gewesen wäre, vorausgesetzt, dass der Beitretende Verkäufer zuvor alle anwendbaren behördlichen Anforderungen erfüllt hat (einschließlich insbesondere alle Pflichten im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Geldwäsche und der Überprüfung von Kunden („Know your Customer“-Pflichten)).

1.4 ASE verpflichtet sich, den BSV zu erfüllen und seine Bedingungen einzuhalten, als ob der Beitretende Verkäufer anstelle des Ausscheidenden Verkäufers die ursprüngliche Vertragspartei wäre.

1.5Unbeschadet weiterer Pflichten aus den Verträgen verpflichten sich der Ausscheidende Verkäufer und der Beitretende Verkäufer gesamtschuldnerisch, ihre Kunden ordnungsgemäß über das Datum des Inkrafttretens sowie z. B. im Falle gesamtschuldnerischer Haftung über die Verteilung von Funktionen und Aufgaben untereinander zu informieren. Ab Datum des Inkrafttretens sind diese bereitgestellten Informationen auch auf den Profilseiten des Beitretenden Verkäufers unter amazon.co.uk, amazon.de, amazon.fr, amazon.it und amazon.es verfügbar.

2. Freistellung von Pflichten

2.1 Der Ausscheidende Verkäufer und der Beitretende Verkäufer haften gesamtschuldnerisch gegenüber ASE, APE, APUK und deren verbundenen Unternehmen für alle Ansprüche, Kosten, Klagen, Rechtsstreitigkeiten oder Forderungen und alle damit zusammenhängenden Verluste, Schäden, Verbindlichkeiten, Urteilssprüche, Steuerveranlagungen, Strafen, Zinsen und Auslagen (einschließlich, aber nicht beschränkt auf angemessene Anwaltskosten), die sich aus Ansprüchen, Klagen, Prüfungen, Ermittlungen, Untersuchungen oder anderen von natürlichen oder juristischen Person eingeleiteten Verfahren ergeben, die auf folgende Sachverhalte zurückgehen oder damit im Zusammenhang stehen: (a) eine tatsächliche oder behauptete Verletzung der Zusicherungen, Garantien oder Pflichten des Ausscheidenden Verkäufers gemäß den Verträgen, einschließlich der Verletzung einer Richtlinie von ASE, APE bzw. APUK; (b) eine tatsächliche oder behauptete Verletzung oder missbräuchliche Verwendung von Rechten Dritter oder anwendbarem Recht durch Marken des Ausscheidenden Verkäufers, die im Zusammenhang mit den von ASE, APE bzw. APUK angebotenen Diensten bzw. deren Nutzung über die Website oder Applikation des Ausscheidenden Verkäufers verwendet werden; (c) die Nutzung der von ASE, APE bzw. APUK angebotenen Dienste durch den Ausscheidenden Verkäufer; oder (d) eine vom Ausscheidenden Verkäufer über die von APE bzw. APUK bereitgestellten Dienste vorgenommene Transaktion.

2.2 Der Ausscheidende Verkäufer stellt ASE, APE, APUK und ihre jeweiligen verbundenen Unternehmen von allen künftigen Pflichten aus den Verträgen frei. Ferner stellt der Ausscheidende Verkäufer ASE, APE, APUK und ihre jeweiligen verbundenen Unternehmen jeweils einzeln von allen Ansprüchen, Pflichten, Forderungen, Klageansprüchen, Rechtsstreitigkeiten, Schäden, Verlusten, Verbindlichkeiten oder Rechten jeder Art (unabhängig davon, ob diese bekannt oder unbekannt sind, erwartet oder unerwartet sind, uneingeschränkt sind oder nicht, beziffert oder unbeziffert sind), die der Ausscheidende Verkäufer am oder vor dem Datum des Inkrafttretens gegenüber ASE, APE, APUK und ihren jeweiligen verbundenen Unternehmen aus oder im Zusammenhang mit den Verträgen, einer tatsächlichen oder behaupteten Verletzung der Verträge oder einem Geschäft, einer Vereinbarung, einem Ereignis oder einem Versäumnis aus oder im Zusammenhang mit den Verträgen hat oder über die der Ausscheidende Verkäufer verfügt, frei und verzichtet hierauf. Der Ausscheidende Verkäufer stellt ASE, APE, APUK und ihre verbundenen Unternehmen jeweils einzeln von allen Verbindlichkeiten und Kosten frei, die ihnen gegebenenfalls im Zusammenhang mit den Verträgen oder diesem Übertragungsvertrag entstanden sind.

2.3 Es wird hiermit klargestellt, dass keine Bestimmung dieses Übertragungsvertrags etwaige Ansprüche oder Forderungen von ASE, APE, APUK oder ihren verbundenen Unternehmen gegenüber dem Ausscheidenden Verkäufer aus oder im Zusammenhang mit den Verträgen berührt.

3. Zusicherungen und Garantien

Der Ausscheidende Verkäufer und der Beitretende Verkäufer sichern hiermit zu und garantieren gesamtschuldnerisch, dass

  • der Ausscheidende Verkäufer am oder vor dem Datum des Inkrafttretens entweder sein „Verkaufen bei Amazon“-Geschäft im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den Beitretenden Verkäufer übertragen hat oder den Beitretenden Verkäufer in Bezug auf vom Ausscheidenden Verkäufer vor dem Datum des Inkrafttretens auf amazon.co.uk, amazon.de, amazon.fr, amazon.it und amazon.es verkaufte Waren oder Dienstleistungen als Gesamtschuldner gegenüber Kunden haftbar gemacht hat; und
  • der Ausscheidende Verkäufer vor dem Datum des Inkrafttretens keine medizinischen oder gesundheitsbezogenen Waren (z. B. Arzneimittel) auf amazon.co.uk, amazon.de, amazon.fr, amazon.it und amazon.es verkauft hat.

4. Sonstige Bestimmungen

4.1. Anwendbares Recht; Gerichtsstand. Dieser Übertragungsvertrag und sämtliche Bestimmungen in Bezug auf die Übertragung des BSV bzw. des APE-Vertrags unterliegen dem Recht des Großherzogtums Luxemburg unter Ausschluss des Kollisionsrechts. Jegliche Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Übertragung des BSV bzw. des APE-Vertrags gemäß diesem Übertragungsvertrag oder Ihrer Nutzung der von APE oder ASE bereitgestellten Dienste fallen in die ausschließliche Zuständigkeit der Gerichte des Bezirks Luxemburg Stadt, Luxemburg. Dieser Übertragungsvertrag und sämtliche Bestimmungen in Bezug auf die Übertragung des APUK-Vertrags unterliegen dem Recht von England und Wales unter Ausschluss des Kollisionsrechts. Jegliche Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Übertragung des APUK-Vertrags gemäß diesem Übertragungsvertrag oder Ihrer Nutzung der von APUK bereitgestellten Dienste fallen in die ausschließliche Zuständigkeit der Gerichte von London, England.

4.2. Haftungsbeschränkung. Die Bestimmungen des BSV, des APE-Vertrags und des APUK-Vertrags unter der Überschrift „Haftungsbeschränkung“ gelten entsprechend für die Beschränkung der Haftung von ASE, APE bzw. APUK gemäß diesem Übertragungsvertrag.

Verkauf eines E-Commerce Business – Warum eine steuerliche Prüfung sinnvoll ist

VERKAUF EINES E-COMMERCE BUSINESS – WARUM EINE STEUERLICHE PRÜFUNG SINNVOLL IST

Der Kauf oder Verkauf eines Betriebs stellt für den Unternehmer immer ein besonderes Ereignis dar. Gerade der Kauf und die Veräußerung einer Firma bergen sowohl Chancen als auch Risiken, welche bei langfristiger Planung und gewissenhafter Beratung zum eigenen Vorteil genutzt werden können. In der nachfolgenden Diskussion der unterschiedlichen Varianten der Unternehmensübertragung soll der Blick insbesondere auf Amazon-Händler gelegt werden, für die der Hauptwert des Unternehmens in der eigenen Marke besteht.

Zunächst sollen die verschiedenen Ausgangssituationen und deren steuerliche Behandlung erläutert werden. Bei der Veräußerung von Unternehmen wird grundsätzlich in drei Fallgruppen unterschieden: Verkauf eines Einzelunternehmens, Verkauf bei einer Kapitalgesellschaft und Verkauf der Tochtergesellschaft einer Holding. Im Anschluss wird geklärt, wie der Wechsel zu einer günstigeren Besteuerungsform möglich ist, es wird die Käufersicht kurz angerissen und ein Ausblick auf das internationale Steuerrecht gegeben.

1. Verkauf eines Einzelunternehmens

Im ersten Fall handelt es sich bei dem Unternehmen, welches verkauft werden soll, um ein Einzelunternehmen. Dies hat zur Folge, dass ein Gewerbebetrieb veräußert wird und die daraus resultierenden Gewinne beim Veräußerer in die Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 16 EStG einzuordnen sind.

Hohe Steuerbelastung bei der Veräußerung eines Einzelunternehmens

Diese Einkünfte sind grundsätzlich voll steuerpflichtig, allerdings kann unter Umständen ein Freibetrag abgezogen werden, beispielsweise ab einem Alter von 55 Jahren. Diese Einkünfte unterliegen dem persönlichen Einkommenssteuersatz, welcher bei bis zu 45 % liegen kann. Der zu versteuernde Gewinn ermittelt sich aus der Differenz des Verkaufspreises und des bilanziellen Eigenkapitals des Unternehmens abzüglich etwaiger Veräußerungsnebenkosten, falls der Verkäufer diese trägt.

Wechsel zur Bilanz kann erforderlich sein

Bei der Berechnung der Einkünfte ist zu beachten, dass eine Überleitungsrechnung aufzustellen ist, wenn der Gewinn bisher durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermittelt wurde. Im Rahmen der Überleitungsrechnung werden u. a. sämtliche Warenbestände, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen aktiviert bzw. passiviert. Ein etwaiger Überleitungsgewinn- oder Verlust unterliegt der laufenden Besteuerung (d. h. auch Gewerbesteuer). Insbesondere durch vorher nicht aktivierte Warenbestände können hierbei schnell hohe Summen zusammenkommen, sodass dies bei der Preisfindung einkalkuliert werden sollte.

Steueroptimierungen sind möglich und sollten geprüft werden

Eine Möglichkeit, wie es eventuell zu einer temporären Steuerminderung kommen kann, wäre die Zuflussbesteuerung, bei der der Verkaufspreis über mehrere Jahre gezahlt wird.

Eine weitere Option liegt in der Kirchensteuer. Dabei kann es sich lohnen, im Jahr der gepalten Veräußerung hohe Kirchensteuervorauszahlungen an das Finanzamt zu zahlen, da in diesem Zuge die Kirchensteuer als Sonderbetriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Allerdings muss insgesamt gesagt werden, dass der Verkauf eines Einzelunternehmens die wohl unvorteilhafteste Variante darstellt, da sie mit einer enorm hohen Steuerbelastung ein- hergeht. Von Vorteil ist dies wohl nur dann, wenn entweder der Steuersatz niedrig ist oder mit dem Verkauf ein Verlust realisiert wird.

Vorteile für den Käufer des Unternehmens

Für den Käufer eines Online-Handelsunternehmens können sich im Gegenzug auch erhebliche steuerliche Vorteile ergeben, wenn der Online-Shop von einem Einzelunternehmer gekauft wird. Der steuerliche Vorteil liegt darin, dass der Kaufpreis vom neuen Betriebsinhaber zukünftig abgeschrieben und in bestimmten Fällen auch sofort steuerlich geltend gemacht werden kann. Hierdurch ergibt sich auf Ebene des Betriebserwerbers ein unmittelbarer steuerlicher Vorteil im Jahr des Betriebsübergangs.

Auch wenn der Kaufpreis abgeschrieben werden muss, wird der Kaufpreis in der Regel über einen Zeitraum von 3 bis 15 Jahren steuermindernd berücksichtigt. Hierdurch spart der Käufer – abhängig von seinem individuellen Steuersatz – bis zu 45% Einkommens- und Gewerbe- steuer.

Die genaue Höhe der zukünftigen Steuerersparnis sollte genau ermittelt werden, denn nur so kann abgeschätzt werden ob die Höhe des Kaufpreises gerechtfertigt ist.

2. Verkauf einer Kapitalgesellschaft

2.1. Verkauf der Marke einer Kapitalgesellschaft

Eine Konstellation, welche sich in Verbindung mit einer Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH) ergibt, ist der Verkauf der Marke an sich (Asset Deal). In diesem Fall wird nicht der gesamte Betrieb der Kapitalgesellschaft übertragen, sondern nur ein bestimmter Teil, wie eben zum Beispiel die Marke.

Dabei entsteht der Gewinn auf Ebene der Kapitalgesellschaft. Dieser Gewinn fällt sowohl unter die Körperschaftsteuer als auch unter die Gewerbesteuer, welche summiert eine Steuerlast von zirka 30 % auf den Veräußerungsgewinn ergibt. Das Kapital, welches aus der Veräußerung der Marke entsteht, kann genutzt werden, um innerhalb der Kapitalgesellschaft damit zu arbeiten, Investitionen zu tätigen oder neue Geschäfte aufzubauen. Ebenso kann der Gewinn an die Privatperson ausgeschüttet werden, was allerdings zur Folge hat, dass die Ausschüttung mit mindestens 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag besteuert wird.

Im Ergebnis führt dies bei einer Thesaurierung des Veräußerungsgewinns auf Gesellschafts- ebene zu einer geringeren Steuerbelastung des Gewinns von bis zu 15 %. Erst bei Ausschüttung des Gewinns ist das steuerliche Ergebnis ähnlich wie beim Verkauf des Einzelunternehmens.

Steuerliche Vorteile für den Verkäufer der Marke

Für den Veräußerer in der Form der Kapitalgesellschaft ergibt sich in diesem Fall ein Steuervorteil gegenüber der Veräußerung eines Einzelunternehmens. Denn die Steuerbelastung beträgt „nur“ rund 30 %; wohingegen sich eine Steuerbelastung als Einzelunternehmen von bis zu 45 % ergeben kann. Diese Variante ist aber nur dann zu empfehlen, wenn der Veräußerungsgewinn nicht direkt an den Unternehmer ausgeschüttet, sondern mit dem Veräußerungsgewinn auf Ebene der Kapitalgesellschaft weitergearbeitet werden soll.

Keine Nachteile für den Erwerber der Marke

In diesem Fall ergeben sich keine besonderen, steuerlichen Nachteile für den Erwerber, denn der Kaufpreis für die Marke oder sonstigen Bestandteile des Online-Shops kann ebenso wie beim Erwerb von einem Einzelunternehmer steuerlich geltend gemacht werden.

2.2. Verkauf einer Kapitalgesellschaft an sich

Ein weiteres Szenario, welches steuerrechtlich differenziert betrachtet werden muss, ist der Verkauf einer Kapitalgesellschaft im Ganzen (Share Deal).

Dies hat zur Folge, dass die Privatperson einen Gewinn aus der Veräußerung von Anteilen an der Kapitalgesellschaft hat und grundsätzlich ebenfalls in die Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 17 EStG einzuordnen sind.

Gewinn aus der Veräußerung der Anteile an der Kapitalgesellschaft wird nur teilweise versteuert

Diese Einkünfte unterliegen zwar auch der Einkommensteuer in Höhe des persönlichen Steuersatzes, allerdings kann in dieser Fallgruppe das Teileinkünfteverfahren angewandt werden, was zur Folge hat, dass der Veräußerungsgewinn zu 40 % steuerfrei ist und die Anschaffungskosten der Anteile zu 40 % nicht abziehbar sind. Im Saldo ergibt dies, dass nur 60 % der Gewinne aus der Veräußerung zu versteuern sind. Im Ergebnis ergibt sich bei dieser Variante also eine geringere Steuerbelastung von bis zu 18 % auf den Gewinn.

Steuerliche Nachteile für den Erwerber der Anteile

Auch wenn diese Variante für den Veräußerer erhebliche, steuerliche Vorteile bietet, ergeben sich für den Veräußerer steuerliche Nachteile. Denn der zu bezahlende Kaufpreis kann nicht sofort steuerlich geltend gemacht werden, sondern im Regelfall nur bei Weiterveräußerung oder Liquidation der erworbenen Kapitalgesellschaft. Der Erwerber einer Kapitalgesellschaft sollte den erheblichen Nachteil gegenüber des Erwerbs eines Einzelunternehmens unbedingt bedenken und bei seiner Kalkulation berücksichtigen.

Besonders problematisch kann sich dieser Fall auswirken, wenn der Kaufpreis über ein Kreditinstitut finanziert wird. Denn auch die an die Bank zu leistende Kredittilgung kann nicht steuerlich geltend gemacht werden. Eine genaue Berechnung der Steuerbelastung nach dem Erwerb der Anteile ist deshalb unbedingt angebracht.

3. Verkauf der Tochtergesellschaft einer Holding

Nahezu steuerfreie Veräußerung möglich

Die wohl, aus Sicht des Verkäufers, vorteilhafteste Variante ist der Verkauf der Tochtergesellschaft einer Holding. Verkauft eine Kapitalgesellschaft Anteile einer anderen Kapitalgesellschaft, ist der resultierende Gewinn zu 95 % steuerfrei. Dies bedeutet, dass etwa 5 % des Gewinnes dem Steuersatz der Kapitalgesellschaft von 30 % (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) unterliegen und dies am Ende eine Steuerlast auf den Veräußerungsgewinn von 1,5 % ergibt.

Bei Ausschüttungen werden hier wieder 25% Kapitalertragsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag fällig. Jedoch ist dies auch bei einer Ausschüttung wesentlich günstiger als der Verkauf eines Einzelunternehmens.

Vergleicht man die verschiedenen Fallgruppen miteinander, kann eindeutig gesagt werden, dass der Verkauf im Zusammenhang mit einer Holding die beste Variante darstellt.

Auch hier: Steuerliche Nachteile für den Erwerber der Anteile

Der Erwerber von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft hat den steuerlichen Nachteil, dass er den Kaufpreis für die Anteile nicht planmäßig abschreiben kann und somit keinen direkten Steuervorteil hat.

Beim Unternehmenskauf oder Unternehmensverkauf ist eine steuerliche Prüfung sinnvoll

Wie sich zeigt, ist es äußerst sinnvoll, eine steuerliche Prüfung bei einem geplanten Unternehmensübergang vornehmen zu lassen.

Einerseits können sich beim Verkauf eines Einzelunternehmens für den Verkäufer gewisse Steuervorteile durch die Ausnutzung von Freibeträgen oder Steuerstundungseffekten realisieren lassen. Ebenso lohnt es sich, bei einem in der Zukunft geplanten Unternehmensverkauf über die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine Kapitalgesellschaft – oder umgekehrt – nachzudenken, um eine möglichst geringe Steuerbelastung auf den Gewinn aus der Veräußerung des Online-Handels zu erreichen,

Auch für den Erwerber eines Online-Handelsunternehmens ist es äußerst sinnvoll, eine steuerliche Prüfung vornehmen und die zukünftige Steuerbelastung errechnen zu lassen. Dies gilt insbesondere, wenn der Kaufpreis für den Erwerb des E-Commerce-Business durch eine Bank finanziert wurde.

Zumeist wird ein hoher Kaufpreis gezahlt, um das Unternehmen zu erwerben, welches erst über einen längeren Zeitraum Gewinne abwirft, die den Kaufpreis rechtfertigen. Hier sollte sichergestellt werden, dass der Kaufpreis auch steuerlich geltend gemacht werden kann. Ist dies nicht möglich, weil beispielsweise Anteile an einer Kapitalgesellschaft erworben werden, sollte dies bei der Kaufpreisfindung berücksichtigt werden.

Lassen Sie den Kauf oder Verkauf Ihres Online-Shops von einem Profi prüfen

Wir von steuerberaten.de sind Marktführer in der Online-Steuerberatung. Seit 2009 betreuen wir hunderte Online-Händler in unserem digitalen Steuerbüro. Aufgrund unserer besonders hohen Branchenkenntnis sind wir sehr gut in der Lage, Sie beim Kauf oder Verkauf Ihres Online-Shops zu begleiten. Wir können beispielsweise als Ihr betriebswirtschaftlicher Sparringspartner für den Kauf und Verkauf fungieren sowie Ihre steuerliche Situation analysieren und optimieren, damit Sie beim Kauf oder Verkauf des Online-Shops eine möglichst hohe Steuerersparnis erzielen.

Über den Autor

Martin Meißner startete seine Laufbahn innerhalb der Finanzverwaltung, um von dort zu einer der größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften zu wechseln. Dort lag der Schwerpunkt bei der Beratung von großen mittelständischen Unternehmen und internationalen Konzernen. Seit einiger Zeit verstärkt Martin Meißner das Team von steuerberaten.de, einer der innovativsten Steuerberatungsgesellschaften des Landes. Wir beraten Onlinehändler bei allen Fragen des nationalen und internationalen Steuerrechts und helfen ihnen dabei, ihren steuerlichen Pflichten so effizient wie möglich nachzukommen.